Warum vollständige Vorsorge ?
Alters- und Zivilisationskrankheiten treten mehr und mehr in den Mittelpunkt. In Europa stellen Herz-Kreislauf- beziehungsweise Gefäßerkrankungen mittlerweile die größte Gefahr für den Menschen dar. Sie sind die häufigste Todesursache. Hierbei handelt es sich überwiegend um die die Folgen der Arteriosklerose, die wiederum durch verschiedene Risikofaktor wie Bluthochdruck, Nikotin, Bewegungsmangel, Diabetes, erhöhte Blutfette sowie weitere Faktoren bedingt ist.

Aber auch Krebserkrankungen sind ein ganz aktuelles Problem. Statistisch gesehen entwickelt jeder dritte Europäer im Laufe seines Lebens Krebs. In Deutschland erkranken etwa 395.000 Menschen jährlich an Krebs, davon rund 195.000 Frauen und 200.000 Männer. Die meisten Fälle treten im Alter von über 60 Jahren auf. Die unter 60-jährigen machen mit etwa 107.000 Fällen rund ein Viertel der Krebs-Neuerkrankungen aus. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache.
All diese Erkrankungen stellen sich unbemerkt, schleichend ein und beeinflussen die Lebensqualität ganz entscheidend. Sie sind aber kein schicksalhaft vorbestimmtes unabwendbares Geschehen, sondern haben Vorboten. Mit den richtigen diagnostischen Mitteln lassen sich diese Warnzeichen rechtzeitig aufdecken und viele Erkrankungen abwenden oder zumindest in ihrem Verlauf abmildern.
Eine umfassende Vorsorge kann das Auftreten von schweren Erkrankungen oder deren Verschlimmerung verhindern. Es gilt nach wie vor die Regel:
Je früher eine Erkrankung erkannt wird, umso besser sind Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen. Deshalb ist eine gründliche Vorsorge so wichtig !
Welche Vorsorgen gibt es ?
Grundsätzlich muss zur Beantwortung dieser Frage nach dem Krankenversichertenstatus unterschieden werden:
Private Krankenversicherung:
| W | wirtschaftlich |
|---|---|
| A | ausreichend |
| N | notwendig |
| Z | zweckmäßig |
Bei privat versicherten Patienten sind bewusst keine speziellen Untersuchungen zur Vorsorge definiert. Hier können Arzt und Patient gemeinsam, individuell nach dem Risikoprofil und auf die Wünsche des Patienten abgestimmt, sämtliche Untersuchungen durchführen lassen.
Gesetzliche Krankenversicherung:
Im Unterschied zur privaten Krankenkasse sind bei der gesetzlichen Krankenversicherung Zeitpunkt, Art und Umfang der Vorsorgeuntersuchungen strikt festgelegt. Der gemeinsame Bundesausschuss (GBA), der sich aus Vertretern von Politik, Krankenkasse und Ärzten zusammensetzt, bestimmt, wann, wie und welche Vorsorgeuntersuchungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung durchzuführen sind. Dieser Bundesausschuss kann nicht frei entscheiden, sondern hat sich an den Paragraphen 12 des 5. Sozialgesetzbuches (§ 12 Wirtschaftlichkeitsgebot) beziehungsweise an die darin vorgeschriebenen “WANZ-Kriterien” zu richten.
Hieran wird deutlich, das bei den Entscheidungen des GBA über Art und Umfang der Vorsorgeuntersuchungen nicht nur rein medizinische Kriterien, sondern auch ökonomischen Kriterien eine Rolle spielen.
Im praktischen Leben werden Kassenärzte spätestens bei drohenden überscheitungen von Medikamenten- oder Therapiebudgets von Krankenkassen und Politik ermahnt und auf dieses Wirtschaftlichkeitsgebot hingewiesen:
Gesetzlich Krankenversicherte haben nicht Anspruch auf eine optimale, sondern nur auf eine ökonomische Versorgung. Die Vertragsärzte hätten sich an diese gesetzlichen Bestimmungen zu halten und danach zu handeln.
Hiermit soll nicht ausgedrückt werden, das die medizinische Versorgung der gesetzlich Versicherten schlecht sei. Aber genauso unsinnig ist die wiederholt aufgestellte Behauptung der Politik, das es keine Versorgungsunterschiede im Krankenversicherungssystem gäbe. Die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung in Diagnostik und Therapie sind bei privat Versicherten eindeutig umfangreicher möglich als bei gesetzlich Versicherten.
Im Folgenden ein tabellarischer Überblick über die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen (1.1.2008)
| Untersuchung auf | m/w | Alter,ab | Intervall | Umfang |
|---|---|---|---|---|
| Gebärmutterkrebs | w | 20 | jährlich | Tastuntersuchung, zytologischer Abstrich (Pap-Test) |
| Brustkrebs | w | 30 | jährlich | Tastuntersuchung Lymphknoten, Brust |
| Gesundheitsuntersuchung | m/w | 35 | alle 2 Jahre | Blutzucker, Cholesterin, Urinteststreifen, körperl. Untersuchung |
| Hautkrebs-Screening | m/w | 35 | alle 2 Jahre | Inspektion der ges. Haut, behaarter Kopf |
| Prostata-,Genitalkrebs | m/w | 45 | jährlich | Tastuntersuchung Genitale, Prostata, LN |
| Darmkrebs | m/w | 50
55 |
jährlich
alle 2 Jahre |
Tastuntersuchung Enddarm, Papierstreifentest
ab 55 wie oben, alle 2 Jahre oder Koloskopie |
| Koloskopie | m/w | 55 | alle 10 Jahre | max. 2 Koloskopien im Abstand von 10 Jahren |
| Mammografie | w | 50-69 | alle 2 Jahre | Röntgen beider Brüste |
In unserer Praxis werden von der gesetzlichen Krankenversicherung die Kosten für die Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35), das Hautkrebs-Screening und die Krebsfrüherkennung Männer übernommen, weshalb wir auf diese Untersuchungen im folgenden genauer eingehen werden. –› Mehr erfahren
