Krebsvorsorge
Was ist Krebs ?
Die Zelle
Der Körper besteht aus einzelnen Organen, wie Leber, Haut, Darm, Muskeln,...,Knochen. Diese einzelnen Organe bestehen wiederum aus einzelnen Zellen.

Ähnlich wie eine Mauer aus einzelnen Backsteinen besteht, so bestehen die Organe aus einzelnen Zellen. Innerhalb dieser Zelle befindet sich überwiegend Wasser, der Zellkern, der das Erbmaterial enthält sowie die Organellen, die bestimmte Funktionen haben.
Das Erbmaterial enthält nicht nur die Informationen über unseren Körperaufbau, sondern steuert auch sämtliche Funktionen der Zelle, u.a. auch die Vermehrung der Zelle.
Krebsentstehung
Die Zellen eines Organes leben nicht ewig. Wenn sie absterben oder zerstört werden, müssen sie ersetzt werden. Im Detail teilt sich dabei eine benachbarte Zelle und die neue Zelle nimmt den Platz der vorher abgestorbenen Zelle ein. Ist der Defekt im Zellverband repariert, dann hört die Zellteilung auf. Teilt sich eine Zelle, so muss natürlich auch das Erbmaterial im Zellkern verdoppelt werden. Bei diesem Verdopplungsprozess entstehen jedoch immer wieder Fehler im Erbgut, die dann an die Tochterzelle weiter vererbt werden.
Im Laufe der Jahre kommt es natürlich zu wiederholten Zellteilungen auch der Tochterzellen und damit zu einer zunehmenden Anhäufung von Fehlern bei der Vervielfältigung des Erbmaterials. Diese Summation von Erbfehlern kann dazu führen, dass die Steuerung der Zellfunktionen versagt. Im ungünstigen Fall können die Erbfehler dazu führen, dass sich eine Zelle unentwegt teilt und sogar ihren ursprünglichen Sitz im Organ verlässt. Eine Krebszelle ist entstanden.
Je älter man wird, umso häufiger finden Zellteilungen statt, umso mehr summieren sich Erbfehler und umso häufiger entstehen Krebszellen. Krebs ist in gewissem Sinne auch eine Alterserkrankung.
Krebszellen zeigen ein ungehemmtes Wachstum. Sie wachsen zerstörend in benachbarte Organe ein und können auch über den Blutweg in weiter entfernte Organe streuen. Diese Streuherde sind es, die meist tödlich für den Betroffenen sind. Krebs nimmt mit dem Alter zu. Es ließen sich mehr Krebskrankheiten heilen, wenn sie früher erkannt würden.
Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Statistisch gesehen entwickelt jeder 3. Europäer im Laufe seines Lebens Krebs. Prinzipiellen kann jedes Organ des Körpers an Krebs erkranken, jedoch gibt es erhebliche Häufigkeitsunterschiede je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Umweltbedingungen und Lebensgewohnheiten.
Manche Entzündungsherde (Sodbrennen), Giftstoffe (Zigaretten) oder einige Infektionskrankheiten (HPV) wirken begünstigend auch die Entstehung von Krebs.
Die Abbildung links zeigt die Häufigkeitsverteilung von Krebs unterschieden nach Geschlecht und Organenenstehung.
Krebsfrüherkennung
Die Krebsfrüherkennung ist nicht bloß Sache des Arztes, sondern Aufgabe jedes Menschen. 90 % aller Krebsheilungen werden dadurch erreicht, daß der Tumor in einem Stadium erkannt wird, wo er noch lokal begrenzt wächst. Diese frühen Tumorstadien verursachen keine Krankheitsbeschwerden. Man selbst merkt noch nichts von der Erkrankung. Um diese frühen Stadien zu finden, muß man aktiv nach dem Krebs suchen und natürlich zu einem Zeitpunkt, wo es einem noch gut geht.
Dass dies in der Praxis nicht gemacht wird, liegt einfach an ökonomischen Gründen.
Bei rechtzeitiger Entdeckung kann durch eine einfache Behandlung der Tumor beseitigt werden.
Krebsfrüherkennung der GKV:
Krebsvorsorge beschränkt sich in der gesetzlichen Krankenkasse auf 4 Organe:
Männer werden auf Haut-, Prostata-, Hoden- und Darmkrebs, - Frauen auf Gebärmutterhals-, Brust-, Haut- und Darmkrebs untersucht.
Alle übrigen Organe werden ausgespart. Leider sind die von der gesetzlichen Krankenkasse vorgeschriebenen Untersuchungstechniken nach Zeitpunkt, Art und Umfang nicht immer geeignet, um eine ideale Früherkennung zu gewährleisten (siehe z.B. Prostatakrebs).
Häufig sind ergänzende Untersuchungen sinnvoll, die leider allzu häufig von Krankenkassen und Politik, pauschal als ”medizinisch unwichtige Abzockerleistungen” diffamiert werden. Vermutlich ursächlich für diese Einstellung ist, dass es natürlich politischer Sprengstoff ist, wenn medizinisch sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen den gesetzlich Versicherten nicht angeboten werden können. Dann werden diese besser schlecht geredet. Ursache ist, das das bisherige Ausgabenniveau der gesetzlichen Krankenkassen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts pro Patient nicht gehalten werden kann. Es führt bereits seit Jahren zu einer Leistungseinschränkung und einer Art von Rationierung. Politik und Krankenkassen ist dies natürlich höchst unangenehm. Das immer wieder in den Medien suggerierte Klisché einer kompletten und preiswerten Rundumversorgung durch die GKV bekommt immermehr Risse.
Wir werden exemplarisch bei einigen Krebserkrankungen auf die Sinnhaftigkeit von ergänzenden Vorsorgeuntersuchugen eingehen. Jeder Mensch muß dann für sich selbst entscheiden, wie genau er nach einer Erkrankung suchen will.
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